Feelgood Management: Mit Wertschätzung zur Wertschöpfung

Hallo Maj-Britt, Du bist im cubit-Team nicht nur Manager Operations, sondern auch zertifizierte Feelgood Managerin.

  • Ja, das stimmt. Dabei sind das aber nicht unbedingt zwei vollständig voneinander getrennte Aufgaben. Feelgood Management würde ich eher als eine Philosophie bezeichnen, die mein Handeln und auch das der Mitarbeiter und der Geschäftsführung bestimmt.

Feelgood Management, was ist das genau?

  • In den 80er-Jahren stellten die Arbeitgeber fest, dass das Arbeiten bis zum Burnout nicht wirtschaftlich ist. Der Begriff „Work-Life-Balance“ kam auf. Er zeigt an, dass es um den Ausgleich zweier konträrer Bereiche geht: Leben und Arbeiten. Im Feelgood Management sehen wir dies als Einheit: Wer sich in der Arbeit selbst „auslebt“, den erfüllt sie. Die Arbeit selbst macht ihn glücklich und zufrieden, nicht nur die Zeit danach. Dazu muss er innerhalb des Unternehmens mitbestimmen, gestalten und sich weiterentwickeln können. Diese Mitarbeiterzentrierung führt zum Unternehmenserfolg und nicht umgekehrt. Die Bereiche, in denen das Feelgood Management umgesetzt wird, sind sehr vielfältig: Mitarbeiter-Entwicklung, Arbeitsplatz-Gestaltung, Gesundheitsmanagement, Organisation und Kommunikation.

Wieso hat das cubit-Team Feelgood Management eingeführt?

  • Unser Team arbeitet dezentral, die Kollegen sind sehr viel unterwegs. Untereinander sehen sie sich kaum, die Kommunikation findet meist per Mail oder Slack statt. Der persönliche Austausch kam dabei zu kurz. Daher haben sich die Mitarbeiter selbst gewünscht, dass hier etwas passiert, um das Wir-Gefühl und auch die Zufriedenheit jedes Einzelnen zu verbessern. Das hat sich intern herumgesprochen: Inzwischen berate ich auch das Team der AKQUINET engineering zum Feelgood Management und hoffe, dass der Ansatz noch weitergetragen wird.

Was sind Deine Aufgaben als Feelgood Managerin?

  • Viele denken, dass ich durch Obstkörbe und die Organisation von netten Events dafür sorge, dass es allen gut geht. So etwas zählt natürlich zu meinen Aufgaben, ist aber zu oberflächlich betrachtet. Ich sehe mich viel mehr als Kulturgestalter und bin quasi die Person geworden, die strategische Verbindungen zwischen den wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens und den persönlichen Bedürfnissen der Mitarbeiter schafft. Dadurch, dass ich beide Seiten sehr gut kenne, vereine ich beides bestmöglich miteinander. Das ist ein ständig andauernder Prozess. Ich fördere dazu unter anderem den internen Austausch über Telkos und gemeinsame Veranstaltungen. Damit alle informiert sind, erstelle ich Newsletter und habe auch ein Betriebshandbuch geschrieben. Ich begleite Gespräche und bin generell eine Art Vertrauensperson für die Mitarbeiter.

Braucht es denn heutzutage einen Feelgood Manager?

  • Meiner Meinung nach gibt es auf diese Frage nur eine Antwort: Ja. Auf der AG-Ebene werden jenseits meiner Tätigkeit zwar bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, die zum Feelgood Management gehören, wie unter anderem auch der Betriebssport. Im Tagesgeschäft geht das Feelgood Management aber leicht unter. Als Feelgood Managerin trage ich dazu bei, dass dieser Ansatz wirklich gelebt wird. Ein anderer Aspekt ist, dass mit dem zunehmenden Fachkräftemangel der Wert der Mitarbeiterzufriedenheit für das Unternehmen enorm ansteigt. Feelgood Management trägt zur besseren Mitarbeiterbindung und -gewinnung bei. Gerade die junge Generation achtet bei der Jobsuche ja auf „softe“ Faktoren wie Mitbestimmung und den kollegialen Zusammenhalt.

Wie viel Support seitens der Geschäftsführung und der Mitarbeiter ist erforderlich?

  • Funktionieren kann Feelgood Management nur dann, wenn es von der Führung gewollt ist und die Mitarbeiter auf freiwilliger Basis mitgestalten können. Dazu ist es erforderlich, dass sich die Mitarbeiter auf bestimmte Werte wie Offenheit, Vertrauen und Eigenverantwortung explizit verständigen. Wir haben bei uns ein Manifest entwickelt mit zehn Säulen unserer Unternehmenskultur. Darauf aufbauend bin ich „nur“ Impulsgeberin und Organisatorin der dafür nötigen Schritte. Und manchmal bin ich auch diejenige, die an unsere gemeinsamen Werte erinnern muss. Denn Feelgood Management ist ja gerade dann wichtig, wenn es (noch) nicht so rund läuft, beispielsweise beim Berufseinstieg, bei Konflikten oder bei einer Kündigung. Auch solche Phasen begleite ich, damit sich alle auf Augenhöhe begegnen und der gegenseitige Respekt bestehen bleibt.

Welche Fähigkeiten muss ein Feelgood Manager mitbringen?

  • Man braucht einen langen Atem und Optimismus, weil nicht alle Projekte gleich zum Erfolg führen und man auch auf Widerstände stößt. Sehr wichtig ist ein hohes Maß an Empathie. Man muss auch Botschaften empfangen, die eher „durch die Blume“ geäußert werden. Ganz grundsätzlich sollte man Spaß an der Arbeit mit Menschen haben, Dinge gestalten und entwickeln wollen und dabei auch mal neue Wege gehen.

Vielen Dank, Maj-Britt!

 

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