Digital Natives fürs Programmieren begeistern

Wie lassen sich mehr junge Menschen ans Programmieren heranführen? Das hat sich unser Kollege Daniel gefragt und ist auf drei Bildungseinrichtungen in Hamburg und Buchholz zugegangen. Daraus entwickelten sich Kooperationen, in denen heute mehrere AKQUINET-Kollegen ehrenamtlich IT-Workshops und AGs für Schüler*innen und Jugendliche anbieten. Wir haben Daniel zu seinem Engagement befragt.

Hallo Daniel, wieso engagierst du dich, um Schüler*innen fürs Programmieren zu begeistern?

Ich habe als Entwickler natürlich eine Leidenschaft für das Thema selbst. An Schülerinnen und Schüler weitergeben möchte ich dies, weil es einfach zu wenig Nachwuchs in der IT-Branche gibt und ich den Austausch mit den jungen Menschen mag. Die Offenheit, mit der sie an die Aufgaben herangehen, ist toll. Sie sind ja alle Digital Natives und daher ist es nicht mehr weit, die Welt des Codings zu betreten.

Gibt es in den Schulen nicht inzwischen ausreichend Angebote?

Die Strategie der Kultusministerkonferenz sieht die „Bildung in der digitalen Welt“ vor. Demnach müssen alle Schulen digitale Medien bereitstellen und den Umgang mit ihnen vermitteln. Doch die Realität sieht anders aus. Oft scheitert es schon an einem Raum. Manche Schulen haben zudem keine eigenen Netzwerk-Administratoren, die die IT einrichten könnten. Kurse und AGs werden oft von Hobby-Entwicklern gehalten. Und es gibt eine große Angst vor dem dann überall verfügbaren Internet. Zum Beispiel könnten Schüler versuchen illegal Filme herunterzuladen. Statt der Chance wird hier nur die Gefahr gesehen.

Welche Angebote und Kurse bietet ihr momentan an?

Momentan sind meine Kollegen und ich in drei Einrichtungen aktiv: Bei der Zukunftswerkstatt Buchholz bieten wir Kurse zur Programmiersprache Python und zur Web-Programmierung an. Dort sind jetzt auch Workshops zum humanoiden Roboter Pepper in Planung. Daneben leite ich eine AG am Albert-Schweitzer-Gymnasium für Jugendliche ab 12 Jahren, wo wir mit dem kleinen Minicomputer Calliope anfangen Spiele zu programmieren. Unsere dritte Kooperation mit dem Rauhen Haus bemüht sich um die  Förderung von jugendlichen Schulverweigerern und nennt sich daher auch „Zweite Chance“.

Was interessiert die Jugendlichen am Programmieren?

Das Tolle am Programmieren ist, dass man sehr schnell selbst etwas entwickeln kann. Das Gefühl etwas Eigenes zu schaffen, finden viele Kinder toll. Am besten entwickeln sie etwas aus ihrem Lebenskontext, zum Beispiel ein einfaches Spiel. Momentan überlege ich, wie ich auch das Handy einbinden kann. Denn das ist ja ihr wichtigster Alltagsgegenstand.

Welchen Sinn siehst du in der Kooperation mit dem Rauhen Haus?

Da Arbeitskräfte im IT-Sektor gesucht werden, gibt es für diese jungen Menschen berufliche Chancen. Sie könnten zum Beispiel über ein Praktikum und danach eine Ausbildung einsteigen, auch wenn die Schullaufbahn davor holprig war. Der Beruf ist ja die wichtigste Möglichkeit, um Anschluss an unsere Gesellschaft zu finden.

Inwieweit erfüllt dich dein Engagement mit den Jugendlichen?

Es erfüllt mich sehr. Von manchen erhalte ich positive Rückmeldungen, wenn sie etwas für sich erfahren oder gelernt haben. Manche sagen das, andere schreiben es mir nachher. Natürlich wäre es sehr schön, zu erleben, wie sich einige von ihnen später für diesen beruflichen Weg entscheiden.

Vielen Dank für das Gespräch, Daniel.

 

 

Auch unseren Kollegen Frederic hat die Leidenschaft für das Programmieren gepackt. Erfahre hier mehr über seinen Einstieg bei AKQUINET: 

Programmieren – eine versteckte Leidenschaft