Einbürgerung: Der lange Weg zum deutschen Pass

IT-Infrastruktur Experte Anas über seinen Weg zu AKQUINET

Trotz Corona-Krise hat sich unser Kollege Anas die Zeit für ein Interview genommen. Denn es gibt etwas zu feiern: Im letzten Monat hat er endlich seinen deutschen Pass erhalten. Wie es zur Einbürgerung kam, erzählt er uns im Interview. Natürlich virenfrei im Videotelefonat.


Hallo Anas, schön, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Wie geht es dir?

Danke, mir geht es gut, obwohl hier viel zu tun ist. Ich arbeite im Rechenzentrum in Norderstedt und da muss immer jemand anwesend sein. Da ich nur zehn Minuten zur Arbeit laufe, ist es für mich kein Problem zu kommen. Gerade sitze ich mit meinem Vorgesetzten Holger allein im Großraumbüro.

Und vor der Corona-Krise war es ja auch schon aufregend für dich. Kannst du uns darüber berichten?

Ja genau, ich wurde endlich eingebürgert und habe einen deutschen Pass. Seit 2014 bin ich schon in Deutschland und die Einbürgerung erleichtert mein Leben wirklich. Vorher konnte ich nicht einmal einen Handyvertrag abschließen oder irgendetwas auf Raten kaufen. Auch das Reisen in viele andere Länder wurde mir sehr erschwert.

War die Einbürgerung sehr kompliziert?

Ganz einfach war die Einbürgerung nicht, aber ich hatte Glück. Man muss einige Punkte erfüllen, wie zum Beispiel acht Jahre in Deutschland gewesen sein. Aufgrund meiner guten beruflichen Integration ging es sogar schneller. Dann brauchte ich noch meine Geburtsurkunde aus Syrien. Wenn jemand sagt, dass die deutsche Bürokratie kompliziert ist, dann war er noch nicht in Syrien. Meine Geburtsurkunde hat eine lange Reise zurückgelegt und ich musste viel telefonieren: mit den syrischen Behörden und Konsulaten in Syrien und dem Libanon. Sechs Monate später hatte ich endlich alle Unterlagen zusammen und drei Tage später war ich schon eingebürgert. Das war wirklich verrückt.

Wie bist du denn zu AKQUINET gekommen?

Über ein Studienaustauschprogramm habe ich in Armenien Computer Science Engineering studiert und danach bei einer deutschen Firma im Jemen gearbeitet. Ich wollte nach Deutschland auswandern und habe 2014 ein Touristenvisum beantragt und erhalten. Ich lernte dann einen guten Freund kennen, der mir sehr geholfen hat. Er hat dafür gesorgt, dass das Norderstedter Abendblatt einen Artikel über mich schreibt. Auf den hat sich AKQUINET gemeldet und ich konnte als Praktikant 2016 hier starten.

Seit 4 Jahren arbeitest du fest im Team „IT-Infrastruktur“. Wie beschreibst du dein Team?

Unser Team ist das beste Team innerhalb der AKQUINET (lachend). Ohne uns kann kein Server eingebaut und kein Geld verdient werden. Wir sind das Herz des Unternehmens. Außerdem sind wir multikulti: 2 Deutsche, 2 Italiener und 2 Syrer. Unsere Teammeetings klingen manchmal schon sehr komisch. Obwohl ich das Sprachniveau C1 habe, ist die deutsche Grammatik echt schwer und dann reden wir einfach drauflos. Aber du musst nicht in der Sprache super sein, sondern in den Aufgaben, die du machst.

Wo siehst du deine Heimat? Was vermisst du momentan?

Da ich schon mit 18 Jahren aus Syrien weggezogen bin, um in Armenien zu studieren, vermisse ich es nicht so sehr. Es ist lange her und ich verbinde mit Syrien die Leute, die aufgrund des Krieges aber auch weggezogen sind. Meine Familie und meine Frau, die ich in Lübeck kennengelernt habe, leben in Schweden. Sie kommt aber bald nach Deutschland, da wir unsere gemeinsame Zukunft hier sehen.

Warum wolltest du nach Deutschland? Wie hast du dir die Deutschen vorgestellt?

Ich habe mir ehrlich gesagt gar nicht so viele Gedanken über die Leute gemacht. Vielleicht habe ich sie mir ein bisschen komplizierter vorgestellt als sie sind. Aber das, was an Technologien aus Deutschland kommt, ist gut. Das wusste ich schon früh.

Vielen Dank für das Interview, Anas. Du musst jetzt sicher weiterarbeiten.

Ja genau. Durch die geringe personelle Besetzung aufgrund des Corona-Virus haben wir weniger Hände für die ganzen Verkabelungen. Das dauert dann ein bisschen länger. 😉


Um die besten IT-Lösungen zu entwickeln, ist unsere Kollegin Sarah der Meinung, dass Diversity ein wichtiger Kernpunkt ist. Warum? Das erfährst du hier: