Duales Studium in Corona-Zeiten

Katharina absolviert ihr duales Studium in BWL mit dem Schwerpunkt Dienstleistungsmanagement an der FH Wedel. Zurzeit läuft aber aufgrund der Coronapandemie alles anders als geplant. Im Interview erzählt sie uns mehr davon. 

Hallo Katharina, wie läuft dein duales Studium ab?

Normalerweise bin ich innerhalb des Semesters vor Ort an der FH Wedel und in den Semesterferien bei AKQUINET. Unter normalen Umständen wäre ich genau jetzt in der FH, doch durch Corona studiere ich den ganzen Tag remote von zuhause.

Werden jetzt alle Kurse remote angeboten und wie laufen sie ab?

Vereinzelt können Studierende wieder in die FH, das sind aber nur kleine Kurse, gerade die, die praktisch zusammenarbeiten müssen, z. B. im Labor. Um den Abstand zu gewährleisten, brauchen diese Kurse mehr Platz. Die meisten Studenten bleiben daher nach wie vor zuhause. Ich verpasse aber nichts, da alle Kurse digital angeboten werden. In einer meiner Vorlesungen sind wir nur zu viert. Da treffen wir uns eventuell gegen Ende des Semesters noch einmal in der FH, um Fragen zur Klausur zu klären, bei gutem Wetter dann auch eventuell draußen im gerade erst neu gestalteten Innenhof.

Und wie genau läuft so eine digitale Vorlesung ab?

Das ist unterschiedlich und hängt auch immer von der Gruppengröße, dem Thema und dem/der Professor*in ab. In meinem Studiengang finden alle Kurse live über Zoom oder Microsoft Teams statt. In kleinen Kursen ist es recht einfach in den gemeinsamen Austausch zu gehen. In den meisten sind wir aber über 50-100 Personen, da überlegen sich die Professor*innen ganz gute Methoden, um den Austausch anzuregen.

Was denn zum Beispiel?

Das Material zur Vorlesung bekommen wir über Moodle bereitgestellt. Zwischenfragen laufen eigentlich immer über den Chat oder Mentimeter. In einer Vorlesung haben wir auch sogenannte Breakout-Sessions gemacht. Wir konnten digital schnell in Kleingruppen arbeiten, der Professor hat uns dann die nötigen Dokumente über Google Drive zur Verfügung gestellt. Man konnte die Kleingruppe für die nächste Aufgabe auch schnell neu mischen oder wieder in den digitalen „großen Vorlesungssaal“ zurückkehren. Und jederzeit war es möglich den Professor hinzuzuziehen, wenn man Fragen hatte.

Welche Chancen siehst du in dieser neuen Art der Vorlesung?

Ich kann mir vorstellen, dass es langfristige Folgen haben wird. Normalweise bedeutet Gruppenarbeit, dass man sich zusammenfinden muss, einen Raum suchen muss etc. Meist arbeiten die gleichen Personen zusammen. Mit den Breakout-Sessions geht das aber ganz schnell und problemlos und mit dem Zufallsprinzip kommen unterschiedliche Sichtweisen zusammen. Ich kann mir auch vorstellen, dass Mentimeter auch zukünftig noch häufiger auch im Hörsaal genutzt wird. Mit wenigen Klicks kommen viele Ideen zusammen.
Und als duale Studentin sehe ich nicht nur die FH-Seite. Ich bin mir sicher, dass auch Unternehmen viel aus dieser Zeit mitnehmen werden. Bei AKQUINET läuft es einwandfrei und das habe ich durch Praxisvorträge auch bei anderen Unternehmen gesehen. Viele Start-ups entwickeln durch die Krise neue Business-Modelle.

Vermisst du überhaupt etwas?

Ja! Ganz klar den persönlichen Austausch mit meinen Kommilitonen. Normalerweise lernen wir zusammen und nutzen die Freistunden. Wenn man dann abends nach Hause kommt, hat man schon richtig was geschafft. Das Motivationsgefühl allein zuhause ist einfach anders und den ganzen Tag auf einen Bildschirm starren, kann wirklich ermüdend sein. Der Hochschulsport, bei dem man sich nochmal mit anderen Leuten austauschen konnte und im Sommer sogar segeln gehen konnte, fällt weg. Auch Gruppenarbeiten fallen schwerer und es braucht mehr Abstimmungen. Ich habe mich wirklich auf dieses Sommersemester gefreut. Da macht das Studium immer noch mehr Spaß, weil man die freie Zeit zusammen in der Sonne und am Elbstrand verbringen kann. Das letzte Semester war ein Praxis- bzw. Auslandssemester und ich habe viele Kommilitonen schon länger nicht mehr gesehen und kann sie jetzt nur einzeln treffen. Ich hoffe, dass ich zumindest nach den Prüfungen mit vielen ein Feierabendgetränk am Elbstrand trinken kann.

Wie läuft es mit deinen Prüfungen?

Der vorläufige Klausurplan wurde gestern veröffentlicht. Allerdings steht er erst endgültig in der letzten Vorlesungswoche, also könnten Prüfungen, z. B. auf Grund von fehlenden Hörsaalkapazitäten, noch verschoben werden. Für die Studenten, die ihre Prüfungen im regulären Semester schreiben, wird aber darauf geachtet, dass keine dieser Prüfungen gleichzeitig stattfinden, deshalb mach ich mir da wenig Sorgen. Diese Woche habe ich mit einer Kommilitonin zusammen ein Referat via Microsoft Teams gehalten. Die Vorbereitung war zwar durch die häufigeren digitalen Abstimmungen deutlich zeitaufwändiger als sonst, im Normalfall hätten wir uns dafür ein paar Stunden zusammen in der FH hingesetzt, aber letztendlich lief die Präsentation dann sehr gut.

Warum hast du dich überhaupt für ein duales Studium entschieden?

Ich habe vorher schon zwei Jahre nicht dual studiert und mir fehlte die Praxis. Ich habe mich zwar extra für eine FH entschieden, doch auch diese war nicht wirklich praxisnah, daher habe ich mich an einen Neustart gewagt.

Warum bei AKQUINET?

Ich bin im Netz auf AKQUINET gestoßen. Ich kannte das Unternehmen vorher nicht und auch mit IT konnte ich vorher nicht so viel anfangen. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich mich durch die Website geklickt habe. Erst da wurde mir bewusst, wie viel man mit IT machen kann. Und dass AKQUINET darüber hinaus sozial aktiv ist, indem es als IT-Unternehmen einen Inklusionsbetrieb aufbaute, das hat mich überzeugt.

Was ist das Besondere an deinem Partnerunternehmen?

Das Besondere wurde mir eigentlich schon in den ersten zwei Wochen klar: Die Vielfalt. In der ersten Zeit lernten wir unterschiedliche AKQUINET-GmbHs kennen und wir konnten schauen, mit welchem Team wir uns eine Zusammenarbeit vorstellen können und wo welche Fähigkeiten gebraucht werden. Ein weiterer Vorteil ist das Netzwerk unter den dualen Studenten. Die Studenten aus den höheren Semestern geben uns Tipps und wir den neu eingestiegenen. Ich hatte also schon vor dem Studienbeginn Kontakte an der FH und das erleichtert das Studentenleben sehr. 


Vielen Dank für deine Zeit, Katharina. Ich drück die Daumen, dass es mit dem Bierchen am Elbstrand zum Ende des Semesters klappt.

Auf unserer Website erfährst du mehr über ein duales Studium bei AKQUINET.

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