Testmanagement: So wichtig und doch häufig unterschätzt

Alexander ist seit zwei Jahren Consultant für Testmanagement bei der akquinet cubit GmbH. Er hat sich bewusst für die Beratung entschieden, da er es genießt Analyst, Manager und Coach gleichzeitig zu sein. Was genau hinter seiner Tätigkeit steckt, verrät er uns im Interview.

Hallo Alexander, wie genau kann man sich deine Tätigkeit als Consultant für Testmanagement vorstellen?

Als Beratungsunternehmen unterstützen wir unsere Kunden rund um die Themen Testmanagement und Testautomatisierung. Wir werden von Unternehmen beauftragt, die ein Testmanagement aufbauen oder ihr bestehendes optimieren möchten. Unsere Aufgabe ist es dann dieses konzeptionell auf- und umzusetzen, um die Qualität der Software zu verbessern.

Warum muss man das Testmanagement konzeptionell aufsetzen?

Unserer Erfahrung nach ist das Hauptproblem bei fast allen Kunden, dass das Thema Testen zu stiefmütterlich behandelt wird. „Am Ende der Entwicklung noch kurz testen und dann kann die Software live gehen“, denken viele. So schnell geht das aber nicht. Zum Beispiel werden häufig Schnittstellenproblematiken zwischen den Fachbereichen unterschätzt und ein übergeordneter Abnahmetest findet am Ende nicht mehr statt. Und es ist ja menschlich, dass man erstmal das erledigt, was schnell geht und am Ende die aufwendigen Testfälle überbleiben. Das führt häufig zu Problemen im Betrieb und erzeugt immense Kosten für das Unternehmen.

Wie gehst du als Berater vor?

Am Anfang steht immer die Analyse. Es gibt da die Faustformel, dass 20% der Prozesse 80% des Geschäfts ausmachen. Wir müssen also die Kernprozesse identifizieren. Es geht im ersten Schritt darum den Kunden kennenzulernen: In welcher Umgebung wird gearbeitet? Wie wird momentan getestet? Etc. Dann gehen wir nach dem risikobasierten Ansatz vor: Durch Häufigkeits- und Schadensermittlung der Prozesse im Fehlerfall können wir die Priorität ableiten und somit gewährleisten, dass die Testfälle mit dem größten Risiko als erste durchgeführt werden.

Was braucht man als gute/r Berater*in?

Für mich ist es klar Empathie. Am Anfang musst du das Management von dir überzeugen und sobald du im Projekt bist, geht es um die bestmögliche Zusammenarbeit mit allen Fachbereichen. Häufig kennt man die Berater*innen, die mit Anzug und Krawatte zum Kunden kommen und von oben herab den Eindruck vermitteln, als könnten sie jetzt die Welt retten. Ich persönlich glaube, dass das der falsche Ansatz ist. Für mich sitzen die Fachexperten vor Ort beim Kunden und ich als Berater bringe die Methodik und die Werkzeuge mit, um die Mitarbeiter*innen dahingehend zu coachen und zu schulen, dass sie die Qualität am Ende selbst steigern können.

Unterscheidet sich AKQUINET deiner Meinung nach von anderen Beratungsunternehmen?

Ich kann nur von meinem Team sprechen. Aber dann würde ich auf jeden Fall „ja“ sagen. Bei vorherigen Beratungen war ich nur ein kleines Licht in irgendeiner Abteilung. Hier sind wir ein kleines 10-köpfiges Team, man kennt sich, man versteht sich. Wir sind alle nicht die typischen „Beratertypen“, sondern eher eine bunt gemischte Gruppe. Jeder ist individuell und geht seine Projekte auch individuell an. Und das sagt zwar jedes Unternehmen von sich, aber hier kann man wirklich mitgestalten und wird wertgeschätzt. Ideen werden gemeinsam diskutiert, z. B. bei unseren regelmäßigen Strategiemeetings. Außerdem wird dir vertraut, dass du das Projekt gut machst. Und wenn einer von uns mal vor einer Herausforderung steht, dann tauschen wir uns schnell über Microsoft Teams aus.

Warum bist du Berater geworden?

Die Abwechslung ist das entscheidende Kriterium. Mit jedem Projekt trifft man auf neue Herausforderungen, man muss sich in die Prozesse der unterschiedlichen Unternehmen einarbeiten und trifft immer wieder auf unterschiedliche Persönlichkeiten, die es von unserem Vorgehen zu überzeugen gilt. Ich bin Analyst, Manager und Coach gleichzeitig und genieße das Gefühl am Ende des Projektes für eine Verbesserung gesorgt zu haben. Toll ist außerdem, dass wir bei AKQUINET branchenunabhängig sind. Das macht die Arbeit noch abwechslungsreicher.

Aber natürlich muss einem auch bewusst sein, was Beratung bedeutet. Man ist viel vor Ort beim Kunden und sein Team sieht man selten. Als Familienvater von drei Kindern ist es für mich schon eine Herausforderung alles unter einen Hut zu bekommen. Insgesamt überwiegt für mich aber das Positive und durch die Corona-Krise kann ich mir vorstellen, dass sich die Reisetätigkeit in der gesamten Beratungsbranche reduzieren wird. Zurzeit arbeiten wir fast alle 100% im Homeoffice. Ich hier in Köln und viele meiner Kolleg*innen in Hamburg und das klappt einwandfrei. Ich bin gespannt, wie sich unser Bereich zukünftig noch verändern wird.

Vielen Dank für deine Zeit, Alexander.


Alexander hat uns einen guten Einblick in seine Tätigkeit als Consultant für Testmanagement gegeben. Auch unser Kollege Markus ist als IT-Berater tätig, doch in einem ganz anderen Feld. Erfahre hier mehr darüber: