Sabbatical: Hanno hält die Zeit an

Hanno arbeitet im Vertrieb der akquinet enterprise solutions GmbH, deren Expertise im Bereich SAP Cyber Security & Access Governance liegt. Sein 10-jähriges AKQUINET-Jubiläum hat er aber nicht bei uns verbracht, sondern in seinem Sabbatical. Im Interview berichtet er, wie es zu der Idee kam, eine Auszeit zu nehmen, und was es ihm gebracht hat.

Hallo Hanno, wie kam es zu der Entscheidung ein zwölfmonatiges Sabbatical zu machen?

Den Gedanken hatte ich schon lange. Das erste Mal geäußert habe ich ihn 2014 in einem Gespräch mit meinen Geschäftsführern Bodo und Ralf und seitdem konnte der Plan reifen. Beide haben sehr positiv reagiert. Wichtig war nur, dass ich frühzeitig ankündige, wann es losgehen soll. Damit auch sie planen können und meine Aufgaben für den Zeitraum des Sabbaticals über die Kolleg*innen aufteilen können.

Was war das Ziel dieser Auszeit?

Viele verbinden mit Sabbatical eine Reise. Für mich war Reisen aber nie mein Hauptziel, nur ein Teil meines Sabbaticals. Ich wollte mal aus dem Hamsterrad aussteigen und einfach mal die Zeit „anhalten“. Ich wollte sie bewusster erleben, denn wir leben in einer schnelllebigen, sehr hektischen Zeit – das ist ja nichts Neues – und ich wollte diesen Zeitraffer anhalten.

Das klingt toll! Aber spulen wir noch einmal zurück. Was waren die ersten Schritte deiner Planung?

Erst einmal standen administrative Abstimmungen auf dem Aufgabenzettel. Denn Voraussetzung für mich war, dass ich während dieser zwölf Monate weiterhin sozialversicherungspflichtig beschäftigt bin, denn ansonsten hätte ich mich um diese Dinge in Eigenregie kümmern müssen. Ich wollte den administrativen Teil bewusst schlank gestalten, um somit nach meiner Rückkehr für AKQUINET und für mich eine einfache Fortführung des Arbeitsverhältnisses zu ermöglichen. Hier gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten. Zusammen mit meinen Geschäftsführern und der Personalabteilung haben wir für beide eine gute Regelung gefunden: Durch die vorherige Reduzierung meiner Arbeitsstunden konnte ich während des Sabbaticals Überstunden und Urlaub abbummeln. Als das Administrative in trockenen Tüchern war, habe ich mein Vorhaben an meine Kolleg*innen und Kunden kommuniziert. Die Reaktionen waren sehr positiv, alle fanden es bewundernswert und mutig.

Also stand der Auszeit nichts im Wege. Was waren deine Pläne?

Ich hatte das Jahr bewusst nicht komplett geplant, da ich auch Raum für spontane Ideen lassen wollte. Einzig drei Monate Südamerika waren geplant. Wegen Corona habe ich dann ab Mitte März umgeplant und es ging dann im Sommer nach Portugal. Ich bin dann mit meinem Auto und einer neu gekauften Campingausrüstung in den Süden gefahren. So war ich abgesichert, falls die Hotels Corona-bedingt dichtgemacht hätten. Und ich fand es spannend, nach 25 Jahren mal wieder zu campen. Die Hotels blieben jedoch offen und es war eine sehr abwechslungsreiche Zeit mit Campen, Hotels und Airbnbs in den ursprünglichen Gebieten Portugals.

Hast du nicht darüber nachgedacht das Sabbatical wegen Corona zu verschieben?

Nein, der Gedanke kam mir nie. Mein Ziel war es, die Zeit anzuhalten und was hat viele von uns mehr entschleunigt als Corona? Mich hat Corona plus Sabbatical nochmal doppelt entschleunigt. Neben der dreimonatigen Reise hatte ich geplant noch mehr ehrenamtlich zu machen. Ich habe nämlich schon vor der Pandemie bei der Münchener Tafel unterstützt und während Corona war dort noch mehr zu tun. Außerdem war ich als Kurier für medizinische Transporte für Stammzellen und Knochenmark tätig.

Warum sollte ein Arbeitgeber seinen Mitarbeiter*innen eine berufliche Auszeit ermöglichen?

Für mich ist es immer ein Geben und Nehmen. Wenn eine Person eine Auszeit machen möchte und sie die Möglichkeit bekommt, dann sorgt das ganz klar für mehr Zufriedenheit. Ich bin wirklich sehr dankbar, dass ich mir diese Auszeit leisten konnte und mich mein Unternehmen darin unterstützt hat. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Viele Firmen reden darüber, aber es ist alles andere als üblich, denn es ist natürlich auch aufwendig zu koordinieren.

Was hat dir diese Auszeit gebracht?

Für mich war diese Zeit persönlich ein voller Erfolg. Ich würde sagen, dass ich jetzt eine noch größere Grundzufriedenheit habe und die kleinen Dinge des Lebens noch mehr als sonst auch schon schätze. Man hört ja immer wieder, dass München die Stadt mit dem größten Freizeitwert ist. Ich wohne hier schon lange, aber erst im Sabbatical habe ich es erst richtig schätzen gelernt. Es muss nicht immer „weit weg“ oder das Sterne-Hotel und viel Luxus im Urlaub sein. Eine neue und schöne Erkenntnis, die ich mitnehme. Ein Sabbatical ist schon ein bisschen Yoga fürs Hirn und hat bei mir für mehr Tiefenentspannung gesorgt. Und das hilft mir jetzt auch im Job. Und ich habe wieder volle Energie, noch mehr bei AKQUINET anzustoßen und zu verändern.

Was war dein Highlight während deiner Auszeit?

Es gab so viele Highlights, eines ist schwierig rauszupicken. Besonders war unter anderem die Zeit in Portugal. Hier entstand auch die Idee, mich irgendwann mal dort nieder zu lassen oder vielleicht sogar für AKQUINET eine Niederlassung zu eröffnen. Diese habe ich zwar noch nicht mit meinen Geschäftsführern besprochen (davon erfahren beide wahrscheinlich zuerst hier 😉) aber ich sehe noch viel Platz auf der EU-Landkarte für unser Unternehmen.

Vielen Dank für diesen Einblick in deine Auszeit, Hanno!

Hanno im Sabbatical.

Lerne Hannos Kollegin Heidi kennen. Auch sie arbeitet im Vertrieb im Bereich SAP Security unserer akquinet enterprise solutions GmbH und berichtet darüber in diesem Artikel: