Entwicklung von Medizinprodukten mit ganzheitlichem Blick

Sophie arbeitet neu in unserem Berliner Team. Sie bringt einen UX-Fokus mit und dazu Know-how aus dem Gesundheitsmarkt. Aktuell beschäftigt sie sich mit der Entwicklung von Software-Medizinprodukten. Wie es dazu kam, berichtet sie im Interview.

Hallo Sophie, du bist in unserem Berliner Team tätig. Was machst du genau?

Die akquinet tech@spree in Berlin ist unter anderem im Gesundheitswesen aktiv. Aktuell angestellt bin ich als UX-Beraterin mit Fokus auf Produktentwicklung von Software-Medizinprodukten. Das passt gut, da ich beruflich auch aus der Entwicklung von Medizinprodukten komme. Ganz neu leite ich unsere Projektgruppe „Usability Engineering für Medizinprodukte“ mit sieben Personen.

Was kann man sich darunter vorstellen? An wen richten sich eure Leistungen?

In Deutschland können ja inzwischen digitale Medizinprodukte zum Beispiel als App entwickelt und als solche zugelassen werden. Es ist aber nicht einfach, diese Zulassung zu erlangen. Wer ein digitales Medizinprodukt entwickeln will, dem helfen wir weiter. Wir fragen uns: Passen Zielgruppe und Produktidee? Wie muss das Produkt entwickelt werden, dass es alle regulatorischen Anforderungen erfüllt und sicher zugelassen werden kann? Welche Anwender-Tests müssen durchgeführt und wie muss mit Risiken umgegangen werden? Wer noch nie ein Medizinprodukt in den Markt gebracht hat, kann diese Fragen kaum beantworten.

Das sind ja hohe Anforderungen. Woher habt ihr das nötige Fachwissen?

Unser Team vereint verschiedene Expertisen, wie Softwareentwicklung, UX, Qualitäts- und Risikomanagement sowie Klinische Bewertung. Ich war vorher fünf Jahre bei einem großen Medizintechnikunternehmen tätig, habe also Erfahrungen in der Produktentwicklung und im Produktmanagement. Außerdem bin ich ausgebildeter Scrum Master.

Was reizt dich an diesem Bereich?

Ich kann mein Wissen gut einbringen und zugleich viel dazulernen, zum Beispiel bei der agilen Entwicklung von Softwareprodukten und beim digitalen Marketing. Besonders reizt mich dabei der ganzheitliche Blick auf die Produktentwicklung, angefangen beim Problem-Solution-Fit, über die Usability bis zu Themen der Vermarktung. So kann ich auch kreativ sein und etwas neu erschaffen, anstatt nur einen kleinen Ausschnitt einer Aufgabe abzuarbeiten.

Wie bist du überhaupt in den Medizinsektor gekommen? Was hast du studiert?

Nach dem Abi wollte ich am liebsten alles studieren – von Jura über VWL bis hin zu Sozialwissenschaften und Psychologie. Für Psychologie habe ich mich entschieden, um für mein späteres Berufsleben möglichst offen zu bleiben. Gerne lasse ich mich von den Dingen, die mir Spaß machen, inspirieren. Nach dem Bachelor habe mich dann im Master-Studium mit der Mensch-Computer-Interaktion beschäftigt. Ich fand die Frage spannend, wie man Technik – von der komplexen Maschine bis hin zur Weboberfläche – so gestalten kann, dass Menschen sie gerne und einfach benutzen können. Außerdem war das Thema zukunftsweisend und industrienah – in diese Richtung wollte ich gehen. Eher aus Zufall bin ich als Werkstudentin in die Medizintechnik gekommen. Aber das passt du zu mir, weil es hier immer stark um den Faktor Mensch geht.

Du bist seit August bei AKQUINET. Wie verlief dein „Corona-Einstieg“ ins Unternehmen?

Ich bin selbst überrascht, wie normal sich alles anfühlt. Zu Beginn war ich noch regelmäßig für drei, dann zwei Tage im Büro bei uns in Berlin, aber momentan arbeite ich fast ausnahmslos zuhause. Wir haben ab und an Online-Teamevents und ich treffe viele auf einen digitalen Schnack, wo man sich auch privat kennenlernen kann. Natürlich wäre das alles schöner live, aber es klappt auch so und ich fühle mich gut aufgenommen. Momentan lerne ich noch unsere anderen Unternehmen im AKQUINET-Verbund kennen, die sich auch im Gesundheitsbereich bewegen.

Wie erlebst du dein Unternehmen bisher, wenn auch nur auf Abstand?

Die akquinet tech@spree erlebe ich als sehr erfrischend. Ich komme aus einem Konzern, in dem es für alles einen fertigen Prozess gab. Hier ist das Arbeiten sehr agil. Wenn ich eine Frage habe, treffe ich immer auf offene Ohren. Außerdem arbeite ich nicht nur im Hinblick darauf, was ich schon gemacht habe, sondern kann meine Potentiale entwickeln. Es gibt nur sehr flache Hierarchien. Jede*r kann sich einbringen. Mir ist gleich aufgefallen, dass hier in der Sprache, ob in Wort oder Schrift, gegendert wird. Das erlebe ich als wertschätzend. Man merkt, dass es dabei nicht um das Erfüllen einer Norm geht oder darum, es perfekt zu machen. Das Mindset dahinter stimmt und das ist das Entscheidende. 

Vielen Dank für den Einblick in die Entwicklung von digitalen Medizinprodukten, Sophie!


Zu dem „erfrischenden“ Team von Sophie gehören auch Sarah, Frederick oder Daniel, die sich hier im Karriereblog vorgestellt haben. Wie Sophie arbeitet auch unsere Kollegin Gundula aus der akquinet health service GmbH in der Health-IT. Sie ist Ansprechpartnerin für unsere Kunden, die KIM (Kommunikation im Medizinwesen) einführen wollen. Erfahre hier mehr über Gundulas Arbeitsalltag: