Im Tandem voran – Sarah und Jörn profitieren vom Austausch

Unsere Kollegin Sarah von der Berliner akquinet tech@spree bildet mit Jörn von der akquinet enterprise solutions in Hamburg ein Tandem. Was das genau ist und wie es dazu kam, erzählen uns die beiden im Interview.

Was können wir uns unter dem Begriff „Tandem“ vorstellen? Sicherlich geht es nicht ums Radfahren.

Jörn: Mit „Tandem“ ist gemeint, dass sich zwei Personen gegenseitig auf eine längere Zeit austauschen und sich so fachlich, beruflich und persönlich bereichern. Der Austausch ist vertrauensvoll und auf einer Ebene. Man kann über seinen Alltag sprechen, über Herausforderungen, Ideen und über gute und schlechte Erfahrungen. Wie beim Tandemfahren geht es dabei in die gleiche Richtung: Jede/r hilft dem oder der anderen weiter durch ehrliches Feedback. Im AKQUINET-Transitionsteam nennen wir das allerdings nicht Tandem, sondern sprechen von Pairing. Aber wir beide fanden den Begriff „Tandem“ schöner.

Seit wann bildet ihr beide ein Tandem?

Sarah: Wir haben uns vor anderthalb Jahren in einem Workshop kennengelernt, der über unseren internen Weiterbildungscampus für alle Gesellschaften angeboten wurde. Dabei haben wir über zwei Tage vor Ort an einem Thema gearbeitet und natürlich auch viel Kontakt jenseits der eigentlichen Schulung gehabt. Da merkten wir schon, dass wir ähnliche Interessen haben und gut miteinander reden können. Danach habe ich Jörn dann angeschrieben und ihn gefragt, ob wir regelmäßig in Kontakt bleiben wollen. Seitdem sind wir einmal in der Woche zum Teams-Call verabredet.

Welche Themen besprecht ihr?

Jörn: Wir sind ja beide im Scrum-Umfeld unterwegs. Ich bin als Scrum Master in der Entwicklung unseres SAST-Produkts tätig. Sarah macht Scrum viel länger als ich und ich kann mir bei ihr Tipps holen. Ich erzähle ihr oft aus dem Projektalltag. Denn es geht da ja nicht nur um Software, sondern auch um Menschen.

Was nimmst du aus euren Gesprächen mit, Sarah?

Sarah: Bei unseren Gesprächen geht es viel um das Menschliche und auch um Führungsthemen. Wir sind beide in einer koordinierenden Tätigkeit, sei es Projekt- oder Releasemanagement, tätig und besprechen oft konkrete Arbeitssituationen. Es ist gut, eine Art Spiegel zu haben. Da Jörn und ich ähnlich „ticken“, klappt das. Wir können uns gegenseitig, glaube ich, schneller mal hinter die „Fassade“ schauen. Es geht ja nicht zwangsläufig um Lösungen für konkrete Probleme, sondern darum sich selbst zu reflektieren, wie man sich in Situation verhält. Jetzt während Corona finde ich es besonders wichtig, sich regelmäßig online zu treffen. Da geht es natürlich auch um Privates, weil sich alles viel mehr miteinander vermischt.

Wenn ihr euch mal richtig aufgeregt habt, sprecht ihr dann auch sofort miteinander?

Jörn: Wenn es mal etwas Dringendes ist, rufen wir uns auch mal sofort an. Ich weiß dann: Ich habe hier einen geschützten Raum, wo ich auch Dampf ablassen kann. Sarah hat dann mehr Distanz zum Thema. Dennoch sind wir in einem Unternehmen und man kann offen reden.

Erinnert ihr, dass ihr Dinge nach einem eurer Gespräche anders gemacht habt?

Sarah: Etwas Konkretes erinnere ich nicht. Aber man stellt sich einfach mehr infrage. Die andere Person stellt, weil sie einen gut kennt, die richtigen Nachfragen. Manchmal fühlt man sich ein bisschen ertappt, wenn man so gut durchschaut wird. Aber das hilft mir sehr weiter!

Jörn: Es passiert häufiger, dass ich noch nicht genau weiß, wie ich ein Thema angehen will, zum Beispiel beim Vorbereiten einer Retro. Da gibt mir Sarah oft gute Ideen mit, an denen ich weiterarbeite.

Was würdet ihr anderen Tandems bzw. Pairings, die sich neu finden, empfehlen?

Jörn: Finde jemanden, mit dem du dich auch so gut verstehst. Wenn man sich gegenseitig gut kennt, dann kommt man weiter. Das Vertrauen ist ganz wichtig. Bei einem rein fachlichen Austausch wäre es weniger wichtig. Aber ich finde, dass diese Ebene nur ein Teil eines guten Tandems ist.

Sarah: Ich glaube, man sollte mit gleichen Erwartungen in ein Tandem starten. Wir wollten beide mehr als den rein inhaltlich fachlichen Austausch. Bei der akquinet tech@spree haben wir beispielsweise auch Tandems, die sich jeweils auf ein konkretes Projekt beziehen – also eher von Kolleg*in zu Kolleg*in. Jörn ist dagegen gar nicht mein direkter Kollege, eher ein Freund.

Würdet ihr empfehlen, eine/n Tandempartner*in eher aus einer anderen AKQUINET-Gesellschaft zu suchen?

Sarah: Ich würde sagen, dass es egal ist. Man sollte sich eine Person suchen, die wirklich passt.

Jörn: Ich glaube auch, dass das nicht so wichtig ist. Man sollte nicht angestrengt nach einer Person in einer anderen Gesellschaft suchen, wenn es innerhalb der eigenen eigentlich einen passenden Partner oder eine Partnerin gäbe.

Jörn, du bist ja Mitglied unseres gesellschaftsübergreifenden Teams, das Impulse setzt, um die lernende Organisation nach vorne zu bringen, das unter anderem zu solchen Pairings anregt. Vernetzt ihr dort direkt Tandem-Partner*innen miteinander?

Jörn: Nein, wir können und wollen hier nur einen „Nährboden“ für Tandems bzw. Pairings bilden. Die beiden Personen müssen sich selbst finden, wenn sie es wollen. Wir schaffen, gerade jetzt während Corona, nur die Basis für das Kennenlernen und Netzwerken mit Events, über die man jenseits des Jobs in den Austausch kommt zu Privatem, Hobbys, über gemeinsame kleine Aufgaben etc. Es ist schwer, sich in dieser Zeit online so kennenzulernen, sodass man dann sagt: Jetzt bilden wir ein Tandem.

Sarah: Ja, ich glaube auch, dass es einen ungezwungenen, natürlichen Raum geben muss, um sich erst einmal kennenzulernen. Wenn wir uns nicht auf der Schulung begegnet wären, wären wir wahrscheinlich nicht in das Tandem gestartet. Dafür sind alle kleineren Team-Events, in denen man sich mal jenseits des Projekt-Alltags trifft, gut. Ich bin froh, dass wir inzwischen so viele Möglichkeiten haben, wo man auch mal über die Gesellschaft hinaus in Kontakt kommen kann – nach Corona dann nicht nur übers Internet.

Vielen Dank für eure Zeit, Sarah & Jörn!


Sarah und Jörn sind im Scrum-Umfeld unterwegs und haben berichtet, dass es in ihrem Arbeitsalltag nicht nur um Software geht, sondern auch um Menschen. Ähnliches berichtet auch unser Kollege Sören, der als Agile Coach tätig ist. Erfahre hier mehr über seinen Arbeitsalltag: