Martin managt Innovationen im Medizinwesen

Martin arbeitet in unserem Healthcare-Team unter anderem für das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH). Seine Aufgabe ist es, gemeinsam mit dem Klinikum Innovationen voranzubringen. Im Interview erklärt er uns, wie das Innovationsmanagement genau abläuft.

Hallo Martin, du arbeitest von AKQUINET aus für das UKSH. Was machst du genau?

Als Team beraten, begleiten und unterstützen wir die UKSH Gesellschaft für IT Services, für die wir als externer Partner seit Anfang Oktober 2021 tätig sind. Mein Kollege ist für die Themen Servicemanagement, IT-Prozesse und Drittgeschäft zuständig. Ich bin für das Innovationsmanagement und für weitere Themen wie Microsoft Azure verantwortlich.

Was kann man sich unter „Innovationsmanagement“ vorstellen?

Im Innovationsmanagement gibt es zwei mögliche Einstiegspunkte. Auf der einen Seite gibt es Probleme, die bisher nicht gelöst werden konnten, weil es zum Beispiel die Technologie dafür noch nicht gab oder Herangehensweisen noch nicht getestet wurden. Auf der anderen Seite können Ideen ein möglicher Ausgangspunkt sein. Für diese Ideen konnte bisher keine Anwendung im oder auch außerhalb des Unternehmens gefunden werden. Beim UKSH können solche Ideen von Mitarbeitenden „Bottom-up“ eingebracht werden. Als externer Berater bringen wir zusätzlich noch weitere Ideen auf Basis unserer Erfahrungen als IT-Technologiepartner ein. Als externer Berater bringen wir zusätzlich noch weitere Ideen auf Basis unserer Erfahrungen als IT-Technologiepartner über „Top-down“-Ansätze in das Innovationsmanagement ein. Unser Akquinet Netzwerk zu Start-Ups kann eine weitere Quelle für Ideen oder auch für technologische Lösungen sein.

Was passiert dann mit den vielen Problemen und Ideen?

Wir erfassen diese und bewerten sie anschließend. Denn nicht jedes Problem muss gelöst bzw. jede Idee realisiert werden. Hierfür definieren wir gerade gemeinsam mit dem UKSH mögliche Suchfelder. Ein mögliches Beispiel für ein solches Suchfeld ist der Einsatz von 5G-Technologie, die wir im Rahmen einer Kampagne auf Use Cases untersuchen. Leitgedanke im Innovationsmanagement ist immer der mögliche Nutzen: Kann ich mit der Innovation etwas verbessern, also zum Beispiel eine Aufgabe patientenorientierter, schneller, günstiger oder sicherer erledigen? Kann man hier eine neue und bessere Leistung anbieten? Die Eingrenzung und Evaluation aller möglichen Innovationsgebiete auf solche, die sinnvoll und zugleich möglich sind: Das ist der Prozess des Innovationsmanagements. Am Ende steht dann die Innovationsumsetzung durch eine Projektierung.

Die Gesundheitsbranche unterscheidet sich ja vom freien Markt. Wie erlebst du das?

Ich kenne beides, da ich viele Jahre im Bereich der Erneuerbaren Energien und auch der Arzneimittel-Herstellung gearbeitet habe. Daher habe ich eine Affinität zum regulierten Medizinsektor. Die Reglementierungen, die beispielsweise fürs UKSH gelten, werden durch den Gesetzgeber und zum Teil durch die Krankenkassen vorgegeben. Denn über sie erfolgt die Abrechnung der Leistungen anhand von Fallpauschalen. Das Vorgehen in Projekten ist sehr strukturiert, es gibt exakte Dokumentations- und Nachweispflichten. Dies führt meiner Ansicht nach dazu, dass öffentliche Einrichtungen durch diese besonderen Anforderungen gegenüber den frei am Markt agierenden Unternehmen bei neuen IT-Technologien momentan erkennbar zurückliegen. Positiv formuliert können wir hier viel bewegen, und das letztlich zum Wohle der Patienten. Daher arbeite ich sehr gerne in diesem Bereich.

Wie bist du zu deinem jetzigen Beruf gekommen?

Von Hause aus bin ich Elektroniker. Als ich jung war, war das Informatik-Studium sehr mathematisch angelegt. Das hat mich damals nicht interessiert. Eigentlich wollte ich Kern- und Reaktortechnik studieren. Während des Wartens auf den Studienplatz habe dann in einem IT-Systemhaus gearbeitet und so kam ich in Kontakt mit der IT.

Welche Fähigkeiten braucht man für deine Tätigkeit?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Wirtschaftswelt und die IT-Welt nur schlecht miteinander „sprechen“ können. Beide Seiten denken in ihrem Fachjargon. Einen Buchhaltungsbegriff wie „Talon“ kennt kein ITler. Ich sehe mich hier als Vermittler. Für meine Arbeit brauche ich IT-, BWL- und natürlich Prozess- und Projektmanagement-Kenntnisse. Gerade die Methodik und die Organisation von Prozessen und Projekten finde ich spannend. Hier habe ich die gängigen Abschlüsse nach PRINCE2 und PRINCE2 Agile Practitioner sowie ITIL Expert in IT Service Management gemacht. Dazu kommen IHK-Abschlüsse, mit denen ich mein betriebswirtschaftliches Verständnis ausgebaut habe.

Wie kamst du zu AKQUINET?

AKQUINET kenne ich schon sehr lange, auch wenn ich erst seit einem halben Jahr dabei bin. Ich habe aber oft Kolleg*innen in Seminaren getroffen und war immer begeistert, dass sich die AKQUINET so stark im Umgang mit Menschen mit Handicap engagiert. Das hat mich beeindruckt. Wertschätzung von Mitarbeiter*innen und deren Leistung – das steht bei AKQUINET im Vordergrund. Über die vielen Kontakte hat es sich dann ergeben, dass ich nun hier bin. Es war tatsächlich vom Gefühl her, wie nach Hause zu kommen.

Vielen Dank für das Gespräch, Martin!


In unserem Healthcare-Team ist auch unsere Kollegin Gundula. Sie hat mit 50 Jahren die Health-IT erobert. Erfahre hier mehr darüber: